Archiv 2012 - 1. Halbjahr

16.06.2012

Theatergruppe von Convenartis - die GewölbeGaukler spielen

PARZIVAL

auf der Freiluftbühne der Burg zu Wertheim

Parzival wächst mit seiner Mutter isoliert im Wald auf. Sie möchte ihn von anderen Menschen fernhalten, nachdem ihr Mann ermordet wurde. Sie lässt sogar Vögel töten, um die Sehnsucht des Jungen zu zähmen. Dennoch bricht er eines Tages in die Welt auf, um Ritter zu werden, gekleidet mit einem Narrengewand, das die Mutter Herzeloyde ihm anzog.

Schnell gilt er den Menschen, denen er begegnet, als dumm und verrückt, denn er kennt nichts von den Dingen, die in der Welt selbstverständlich sind. Er ist zum Beispiel der Meinung, er heiße „meinliebling“, weil die Mutter ihn so nannte und ist ganz überrascht, als er anderen „meinliebling“ begegnet. Diese Verwirrungen geben dem eigentlich tragischen Stück eine humorvolle Note.

Durch seine Unkenntnis richtet der jungen Parzival immer wieder unwissentlich Schaden an und flieht daraufhin. Schließlich landet er an seinem Ziel, bei der legendären Tafelrunde des König Artus. Um Waffen und ein Pferd zu bekommen, also ein echter Ritter zu sein, ermordet er einen anderen Ritter. Den Unterschied zwischen den im Wald von ihm getöteten Wildtieren und Personen begreift er nicht. Auch andere Menschen stürzt er ins Unglück, beispielsweise eine Frau, der er wie von der Mutter geheißen einen Ring vom Finger stiehlt. Diese wird daraufhin von ihrem Gatten verprügelt und in Schweinehaut gekleidet.

Als Parzival alles aufgeben und zu seinem alten Leben zurückkehren will, erreicht er die Gralsburg, rettet den siechenden König und wird sein Nachfolger.

05.05.2012

Maul & Clownseuche

Kabarett

„Das Geheimnis glücklicher Männer“

Klaus Bäuerle fragt, was macht Männer wirklich glücklich? Verheiratet zu sein oder gerade das eben nicht? Ein Bier, eine Tafel Schokolade, ein Vierradantrieb? Muskeltraining oder lieber Yoga, der Sonnengruß, auch wenn`s bewölkt ist? Eine glättende Creme oder alternativ die Neigung, beim Sex unten zu liegen, damit die Gesichtshaut nicht runterhängt?

Drei Männer lernen sich durch Zufall kennen, verbringen ein Wochenende miteinander, fernab ihrer Frauen und versuchen zu ergründen, was sie im Innersten zusammenhält. Wer sagt denn, dass Männer nicht reden? An  diesem Weekend sind die Schleusen offen!

Klaus Bäuerle präsentiert wieder seinen typischen Mix: starke Männertypen, spannende Story und ein Wortwitz, der die Geheimnisse glücklicher Männer zu einem Genuß macht.

28.04.2012

HISS

Polka, Balkan-Blues

„Zeugen des Verfalls“

Sengende Hitze liegt über dem Land, kein Windhauch regt sich, leer und still sind die Straßen der Stadt. Tiefe Depression hat mit der Dürre Einzug gehalten. In der Ferne bellt ein Hund.

Da  - ein Wagen nähert sich der Siedlung. Noch sehen wir nur den Staub, den er aufwirbelt, dann aber hören wir das Brummen des Motors und das Knirschen der Räder im Kies. Fünf Männer sitzen in dem Gefährt, verwegene Gestalten, durch Abenteuer und Gefahren gestählt. Entschlossen lenken sie den Wagen auf den großen Platz in der Mitte des Ortes. Dort packen sie Harmonikas, Trommeln und Gitarren aus und beginnen zu spielen.

Sie singen von Freud und Leid, von Liebe und Hass. Sie spielen Musik, die wild und doch vertraut klingt, da erklingen exotische Rhythmen von nah und fern. Die Menschen stürzen aus den Häusern und lauschen ergriffen. Ihre Herzen füllen sich mit Hoffnung. Manche beginnen zu tanzen. Inbrünstiger singen die Fremden, schicken ihre Lieder gen Himmel. Und plötzlich weht ein kühler Hauch über den Platz, erste schwere Tropfen kündigen ergiebigen Regen an.

So oder so ähnlich ist es immer wenn HISS auftaucht. Ihre kühne Mischung aus Quetschen-Ska, Balkan-Blues und Texas-Tango erfrischt Körper und Geist, spendet Trost und wirkt direkt auf die menschlichen Problemzonen Bauch, Beine und Hirn.

12.04.2012

Ausbilder Schmidt

„Happy Birthday du Lusche“

10 Jahre konnte Ausbilder Schmidt nun wachsen. Vom reinen Stand Upper hinein in die Bühnenperformance der ganz anderen Art, wo er Gemeinheiten von sich gibt und Gedanken zu vielen aktuellen Fragen unverblümt und mit überraschenden Ergebnissen auf den Tisch legt. Der Ausbilder brüllt nicht nur, er performed, tanzt und singt und wuchs zum Genie der Unterhaltung.

„Ja, Ausbilder Schmidt sollte man wenigstens einmal im Leben live gesehen haben!“ „Live unschlagbar“ So sprechen Holger Müller die Zuschauer nach seiner Live Show an. Holger Müller, der Erfinder und Darsteller von Ausbilder Schmidt freut sich, wenn nach gut 2 Stunden Programm die Zuschauer den „Glanz in den Augen“ haben. Das Publikum bekommt, wonach es gierig verlangt!

10 Jahre Ausbilder Schmidt! Happy Birthday du Lusche! Wer hätte gedacht, dass dieser Stinkstiefel so lange überlebt? Und so schaut Holger in seinem 5 Programm kurz zurück und dann wieder weit nach vorn!

10.03.2012

Batja Feucht

„Jüdische Lieder“

Lieder und Gedichte sind es, die Geschichte und Geschichten eines Volkes über Generationen bewahren und direkt in die Seele blicken lassen. Von der leidvollen Vergangenheit, aber auch der unerschütterlichen Hoffnung des jüdischen Volkes, das seit jeher oft genug selbst unter Tränen noch Platz für ein Lachen findet.

Batja Feucht, geboren in Riga, singt feinsinnig und sensibel jüdische und hebräische Lieder, begleitet am Klavier von ihrem Mann Eberhard Feucht.

Die Lieder, die schlaglichtartig Alltagssituationen der Juden in Osteuropa aber auch in den USA aufzeigen. So zum Beispiel das gefühlvolle Lied vom Wassertopf, dann Lieder der frühen Siedler in Palästina mit einem kräftigen Schuss Abenteuerromantik, schließlich auch ganz zarte Liebeslieder und ernste religiöse Lieder.

Batja Feucht hat eine Klassikausbildung an der Musikhochschule in Stuttgart absolviert und singt auch Lieder von Schumann, Brahms, Verdi, Mozart und vielen anderen Komponisten.

24.02.2012

Heinz Gröning

„Manche mögen´s Heinz“

Der Unglaubliche Heinz sieht aus wie ein grobschlächtiger, kaukasischer Karussell-Bremser und benimmt sich manchmal auch so. Aber jede Frau spürt dabei, dass er in seinem tiefsten Inneren nichts anderes ist als ein romantisch verträumter Tele-Tubbi-Zurückwinker, den man einfach lieb haben muß. Schon nach wenigen Sekunden nimmt jeder Zuschauer den berauschenden Heinz-Effekt-wahr und weiß instinktiv, dass der kleine Unterschied manchmal größer ist als man denkt.

Die Männer erblassen vor Neid und alle Frauenherzen schlagen höher wenn der heißeste Anwärter auf den deutschen Comedy-Preis, den es jemals gegeben hat, die Bühne betritt.

Hineingeworfen in eine gnadenlose Frauenwelt kämpft der unglaubliche Heinz an allen Fronten des Geschlechterkrieges für die wunderbare Andersartigkeit von Mann und Frau. Er macht uns vor, wie man flexibel auf die Anforderungen einer modernen Gesellschaft reagiert ohne dabei seine männliche Identität zu verlieren. Denn es besteht nach endlosen Rückzugsgefechten für alle Männer akute Verweiblichungsgefahr.

Das Hitfeuerwerk der deutschen Musik-Comdy hat heinzigartige Mitsinglieder im Gepäck und herzergreifende Balladen, die frisch von der Leber an die Nieren gehen. Mit hintersinnigen Gedichten, schreiend komischen Sprachspielen und komischen Gitarrenliedern verwandelt er jeden Saal in einen kochenden Hexenkessel.

Er hat soviel Sex Appeal wie Johnny Depp, Brad Pitt, Sean Connery, Richard Gere, Till Schweiger, Georg Clooney und die gesamte Truppe von Tokio Hotel zusammen....denkt er – denn niemals zuvor war eine menschliche Tragödie lustiger als bei diesem erotischen Heinzkraftwerk.

Männliche und weibliche Territorien – das sind überholte Einteilungen. „Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss!“ - Wenn da bügeln und spülen dazu gehört, dann wird das männliche effektiv maximal schnell delegiert. Ein Schreckensszenario, das selbst die härtesten Kampfemanzen so nicht gewollt haben.

Ein herrlicher Frauenabend mit dem Californian Dream Heinz – manche mögen`s eben Heinz. Ein Programm für die Elite der Normalgebliebenen.

11.02.2012

Birgit Süss und Heidi Friedrich

„Zwei Frauen, drei Meinungen“

2011 ist zu Ende und Birgit Süss und Heidi Friedrich lassen die großen und kleinen Ereignisse noch einmal Revue passieren – und haben lustige Antworten auf unbequeme Fragen:

Überall Revolutionen, Pleiten, Pech und Pannen: Wohin soll man da noch verreisen? Und: kommt man da auch wieder zurück?

24 Prozent der Deutschen wollen die Mauer wieder haben – aber an der Grenze zu Griechenland!

Die Gurke war unschuldig und grün liegt wowieso im Trend.

Ausserdem: Knut ist tot. Bin Laden ist tot! Aber wenigstens der Adel machte uns in diesem Jahr viel Freude.

Aber im Gegensatz zu Karl-Theodor von und zu Guttenberg wachsen unsere Pointen auf unserem eigenen Mist und darum können wir auch forsch behaupten:

Wir haben mitgeschrieben!“

Machen sies bei dieser energiegeladenen Show wie Frau Merkel – einfach mal abschalten.

Aber wundern sie sich nicht was sie schon alles vergessen haben! Wir helfen ihnen wieder auf die Sprünge – inklusive aberwitziger Tanzeinlagen und herzergreifenden Melodien.

Inventur 2011 – wir haben mitgeschrieben.

14.01.2012

Thomas Schreckenberger

„Wir haben uns verdient“

 

Am Anfang des Lebens ist der Mensch zufrieden, wenn er satt und sauber ist – am Ende ist es wieder genauso. In den 70, 80 Jahren dazwischen jagt er verzweifelt dem Glück hinterher. Aber gerade als Deutscher tat man sich mit dem Glücklichsein schon immer schwer, denn gejammert hat der Deutsche seit jeher gern: Über das Wetter (Mallorca: zu warm, Stalingrad: zu kalt), über die Politik („Hauen uns alle über`s Ohr“), das Finanzamt („Muss man über`s Ohr hauen!“) oder das Fernsehprogramm („Gestern wieder den ganzen Abend vor der Glotze gesessen! Nur Mist!“)

Da drängt sich die Frage auf: Ist der Deutsche überhaupt fähig, in Frieden mit sich zu leben? Oder hat er historisch gesehen Glück gar nicht verdient, angesichts der Verantwortung für zwei Weltkriege und die Kehrwoche.

Lieber gibt er sich schwermütig den wichtigen Fragen des Lebens hin: Wer sind wir? Wohin gehen wir? Und kann man sich dort im Voraus mit dem Handtuch einen Platz reservieren?

Nur gut, dass die Fragen des Alltags inzwischen vom Fernsehen beantwortet werden: Die Supernanny erzieht unsere Kinder, gut gelaunte RTLSAT1VOXPRO7-Deko-Gestapos richten unsere Wohnungen in Farben neu ein, von denen wir gar nicht wussten, dass es sie gibt und Reiner Calmund macht den Ernährungsberater. Buchclub-Mitgliedschaften, Zeitungs-Abos oder die Ehe – alles kündbar, aber aus dem Deutschsein gibt es kein so einfaches Entkommen!

Thomas Schreckenberger, mehrfach ausgezeichneter Kabaretist (u . a. Kleinkunstpreis Baden-Württemberg, Fränkischer Kabarettpreis und  Tauber-Kabarettpreis „Wertheimer Affe“) macht sich auf den steilen Weg hinab in die Abgründe der deutschen Befindlichkeit. Ihm zur Seite steht das ganze Panoptikum unserer Politik- und Promiszene. Als erschreckende Parodien mischt sich alles ein, was in unserem Land Rang und Namen hat, natürlich ungefragt – wie im richtigen Leben...

Und irgendwann dämmert dann doch die ernüchternde Erkenntnis: Wir haben uns verdient!

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